Im Abstimmungskampf um die Prämien-Initiative wurde oft moniert, dass mit der Erhöhung der Prämienverbilligung das Problem der steigenden Krankenkassenprämien nicht gelöst würde. Das ist korrekt, die Prämieninitiative sollte zeitnah den Familien mit tiefen und mittleren Einkommen Luft verschaffen, die von der ungerechten Kopfprämie am meisten getroffen werden. Trotzdem dürfen die schnell steigenden Krankenkassenprämien nicht aus dem Blickfeld verloren gehen. Denn es braucht beides: Eine ausreichende Verbilligung der Krankenkassenprämien für die tiefen Einkommen, den Mittelstand und die Familien, aber auch Massnahmen, damit der Anstieg der Krankenkassenprämien gebremst werden kann. Darum setze ich mich auch für die gemeinsame Gesundheitsregion und die gemeinsame Spitalgruppe ein, über die wir am 10. Februar abstimmen können. Denn diese Vorlage kann mithelfen, dass der Anstieg der Krankenkassenprämien gebremst wird.

Zentral bei der Diskussion um die Gesundheitsregion und die gemeinsame Spitalgruppe sind für mich aber nicht einfach die Kosteneinsparungen, sondern die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Eine gute medizinische Versorgung zu tragbaren Kosten muss das Ziel der Gesundheitspolitik sein. Mit der geplanten Gesundheitsregion und der gemeinsamen Spitalgruppe wird ein wichtiger Schritt für den Erhalt des gesamten medizinischen Spektrums in der Region getan. So werden wir ein qualitativ hochstehendes Gesundheitssystem in der Region Basel aufrecht erhalten, damit die Versorgung der Bevölkerung in der Region gesichert ist. 

Gleichzeitig ermöglicht die Gesundheitsregion, dass mit der gemeinsamen Planung teure Überkapazitäten verhindert werden können. Mit der Spitalfusion werden in Zukunft nicht mehr alle medizinischen Leistungen gleichzeitig in allen Spitälern der Region angeboten. Leistungen werden an unterschiedlichen Standorten gebündelt. Das steigert die Effizienz und die Kostenentwicklung wird gebremst. Vor allem aber wird die Qualität gesteigert. Höhere Fallzahlen bedeuten, dass Fachpersonen mit genügend Erfahrung medizinische Leistungen erbringen, was jedem Patienten und jeder Patientin zugute kommt. 

Diese Erfahrung ist nicht nur bei medizinischen Eingriffen wichtig, sondern auch bei der Pflege. Immer mehr ältere Menschen kommen mit verschiedenen Krankheiten ins Spital. Sie haben nicht nur ein einzelnes Problem, das behandelt werden muss. Für diese Komplexität müssen sich unsere Spitäler rüsten. Es braucht ganz spezifisches Fachwissen, aber es braucht auch den Blick auf den Menschen als Ganzes. Mit der Fusion kann das gemeinsame Universitätsspital Nordwest (Baselland und Basel-Stadt) an den vier Standorten unterschiedliche Schwerpunkte setzen und gleichzeitig den erwähnten Blick auf den Menschen in seiner komplexen Situation garantieren. 

Das ist einer der Gründe, weshalb ich klar Ja sage zur gemeinsamen Gesundheitsregion und zur gemeinsamen Spitalgruppe.